Sea-Watch e.V.
erTrinkwasser – Das Wasser, das Menschenleben kostet

Die Aufmerksamkeit für das Sterben im Mittelmeer sinkt stetig. Das ist dramatisch, weil es keine staatliche Seenotrettung gibt und sich NGOs wie Sea-Watch zu 100% über Spenden finanzieren. Wie dringt man zu den Menschen durch, generiert Aufmerksamkeit und Spenden? Als ein vermeintliches Lifestvle-Getränk – erTrinkwasser. Um die Botschaft am Ende der Customer Journey direkt in der Magengrube platzieren zu können. OoHs, Printanzeigen und Social-Ads erweckten durch ihre makabere Gestaltung Aufmerksamkeit, die schockierende Auflösung erfolgte aber erst durch QR-Codes und Verlinkungen zu einer Landingpage. So wurde das Spendenvolumen verdreifacht.

Sea-Watch ist Ende 2014 aus einer Initiative von Freiwilligen entstanden, die dem Sterben im Mittelmeer nicht mehr länger tatenlos zusehen konnten. Das Mittelmeer ist die tödlichste Grenze der Welt. Jedes Jahr verlieren Tausende Menschen auf der Flucht über das Meer ihr Leben. Seit Anfang 2015 arbeitet unsere ständig wachsende Organisation, die vor allem aus engagierten Freiwilligen aus der ganzen Welt besteht, an der Projekt-Organisation und Umsetzung von Sea-Watch. Angesichts der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer leistet Sea-Watch Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. Durch unsere Rettungsmissionen dokumentieren wir die Lage an dieser Außengrenze Europas und leisten einen Beitrag, auf die menschenunwürdige europäische Migrationspolitik aufmerksam zu machen. Sea-Watch war bisher an der Rettung von über 45.000 Menschen beteiligt.

Wie können wir die Leute aus ihrer Krisenmüdigkeit wieder aufwecken? Mit einem Knall! Das war das Ziel. Maximale Awareness, um so natürlich im zweiten Schritte auch Spenden zu generieren.

Ein trojanisches Pferd: Mit einem vermeintlichen Lifestyle-Getränk, dem erTrinkwasser, wollte sich Sea-Watch in die Lebenswelten der Zielgruppe schleichen. Dort sollte die Botschaft dann unvorbereitet, direkt in die Magengruben platziert werden.

Die Kampagne konnte hat in ihrer Laufzeit nicht nur 18 Millionen Impressions erzielen, sondern konnte bereits nach wenigen Tagen das Spendenvolumen verdreifachen. Geld, das dringend für den Kauf des neuen Rettungsschiffs, die Sea-Watch 5, und damit zum Retten von Menschenleben gebraucht wurde.

Die Menschen sind krisenmüde. Auch die zivile Seenotrettungsorganisation Sea-Watch bekommt das zu spüren: Die Aufmerksamkeit für das alltägliche Sterben im Mittelmeer sinkt konstant. Das ist vor allem deshalb bitter, weil es keine Alternative, keine staatlich organisierte Seenotrettung gibt und sich die NGO zu 100% über Spenden finanziert. Eine der letzten Hoffnungen für Flüchtende in Seenot droht zu schwinden.

Ein so wichtiges Thema kennt keine Zielgruppen. Wir wollten für Sea Watch die maximale Aufmerksamkeit und uns nicht mit ausgedachten Personas aufhalten.

Jedes Asset, egal ob OOH, Film oder Post, sollte erstmal lifestylig und “positiv” wirken. So wurden z.B. die Headlines der Keyvisuals mit einer Doppeldeutigkeit geschrieben, die erst auf den zweiten Blick klar und dann kaum zu ertragen war. Das anfängliche Gefühl, dass mit den Motiven etwas nicht stimmt, wurde durch QR-Codes auf den OoH-Motiven und Verlinkungen auf Social zur Landingpage bestätigt. Hier erwartete die User*innen die Hintergründe der Kampagne samt Spendenaufruf.

Unternehmen

Sea-Watch e.V.
Moosdorfstraße 7-9
12435 Berlin
www.sea-watch.org

Gründungsjahr: 2015
Mitarbeiter:innen: 57
Branche: NGO
Standort: Berlin

Projektverantwortliche

Sea-Watch
Oliver Kulikowski (Leitung Media Team)

Agentur: GUD.berlin GmbH
Linienstraße 145, 10115 Berlin

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